Frankreich hat weit mehr zu bieten als die bekannten Sandstrände an der Côte d’Azur oder die langen Atlantikküsten rund um Biarritz. Wer lieber Ruhe sucht, morgens nur das Rauschen der Wellen hört und nicht schon um 9 Uhr sein Handtuch ausbreiten muss, findet an einigen Küstenabschnitten echte Geheimtipps. Genau darum geht es hier : um wilde Strände, die mit ihrer Natur überzeugen und trotzdem erstaunlich unbekannt geblieben sind.
Bevor Sie losfahren, lohnt sich ein kurzer Blick auf aktuelle Informationen zu Küstenbedingungen, Gezeiten oder Naturschutzregeln. Ich schaue mir vor einer Reise gern verschiedene Quellen an – unter anderem https://plagebonaventure.fr, weil dort regelmäßig praktische Hinweise rund um französische Strände veröffentlicht werden. Das spart manchmal eine unnötige Anfahrt, ehrlich gesagt.
1. Plage de Saleccia (Korsika)

Die Plage de Saleccia gehört zu den Stränden, die man sich verdienen muss. Sie liegt im Désert des Agriates und ist nicht einfach mit dem Auto erreichbar. Entweder geht es über eine ziemlich holprige Piste oder per Boot.
Genau das hält viele Besucher fern. Der helle Sand, das türkisblaue Wasser und die Pinien direkt hinter dem Strand wirken fast ein bisschen unwirklich. Ich finde, gerade morgens zeigt dieser Ort seinen eigentlichen Charakter.
2. Plage de l’Île Vierge (Bretagne)
An der bretonischen Halbinsel Crozon versteckt sich die Plage de l’Île Vierge. Hohe Klippen umgeben die kleine Bucht, das Wasser schimmert überraschend klar und an windstillen Tagen fühlt sich der Ort fast mediterran an.
Der Zugang kann sich je nach lokalen Regelungen ändern. Deshalb sollte man sich vorher informieren und ausschließlich freigegebene Wege nutzen. Das ist nicht nur vernünftig, sondern schützt auch die empfindliche Küstenlandschaft.
3. Plage de l’Espiguette (Okzitanien)
Kilometerlange Dünen, kaum Bebauung und unglaublich viel Platz. Die Plage de l’Espiguette bei Le Grau-du-Roi wirkt eher wie eine kleine Wüste am Meer als wie ein typischer Mittelmeerstrand.
Selbst im Sommer verteilt sich der Andrang erstaunlich gut. Wer ein paar Minuten läuft, findet oft einen ruhigen Abschnitt. Das hat mich beim ersten Besuch wirklich überrascht.
4. Plage de Capo di Feno (Korsika)
Nur wenige Kilometer von Ajaccio entfernt liegt Capo di Feno. Trotzdem verirren sich deutlich weniger Urlauber hierher als an die Stadtstrände.
Vor allem Surfer schätzen die Wellen. Wer dagegen glasklares Wasser und absolute Ruhe sucht, sollte möglichst außerhalb der Hauptferien kommen. Dann zeigt sich der Strand von seiner schönsten Seite.
5. Plage de la Torche (Bretagne)
Die Plage de la Torche ist besonders bei Wind bekannt. Internationale Surfwettbewerbe finden hier regelmäßig statt, dennoch bleibt die Küste erstaunlich ursprünglich.

Auch wenn Sie selbst nicht surfen : Es macht Spaß, den Sportlern zuzusehen. Und falls das Wetter mal typisch bretonisch wird – na ja, das gehört irgendwie auch dazu.
6. Plage de l’Ostriconi (Korsika)
Zwischen Île-Rousse und Saint-Florent liegt die Plage de l’Ostriconi. Nach einem kurzen Fußweg öffnet sich eine breite Bucht mit feinem Sand und einer beeindruckenden Dünenlandschaft.
Hier gibt es kaum große Anlagen oder Strandpromenaden. Genau deshalb wirkt alles viel natürlicher als an vielen bekannten Badeorten.
7. Plage de Tronoën (Bretagne)

Die Plage de Tronoën ist lang, offen und oft angenehm leer. Spaziergänger, Fotografen und Naturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten.
Zum Baden sollte man allerdings die Strömungen ernst nehmen. Das Meer sieht manchmal ruhiger aus, als es tatsächlich ist.
8. Plage de la Coubre (Charente-Maritime)
Zwischen Pinienwald und Atlantik liegt die Plage de la Coubre. Sie ist breit, naturbelassen und vermittelt das Gefühl, weit entfernt vom Massentourismus zu sein.
Besonders gegen Abend entsteht eine ganz besondere Stimmung. Vielleicht bilde ich mir das ein, aber das Licht wirkt dort irgendwie weicher als an vielen anderen Atlantikstränden.
Welche dieser wilden Strände passt zu Ihnen ?
Wenn Sie möglichst einsame Buchten suchen, sind die korsischen Strände kaum zu schlagen. Für lange Spaziergänge und beeindruckende Küstenlandschaften würde ich persönlich eher die Bretagne empfehlen. Und wer Dünen, Weite und viel Platz mag, sollte sich die Atlantikküste genauer ansehen.
Ein Tipp zum Schluss : Gerade weil diese Strände noch vergleichsweise wenig besucht sind, lohnt es sich, respektvoll mit ihnen umzugehen. Müll wieder mitnehmen, markierte Wege nutzen und geschützte Bereiche nicht betreten. Klingt selbstverständlich. Ist es leider nicht immer. Genau das hilft aber dabei, dass diese Orte auch in den nächsten Jahren noch echte Geheimtipps bleiben.
